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US Congressional Gold Medal - Medienberichte

18.10.07 | Reuters

Bush überreicht Dalai Lama trotz Protest aus China Ehrenmedaille

REUTERS/Jim Young

Washington (Reuters) - Trotz Protestes der chinesischen Regierung hat US-Präsident George W. Bush dem Dalai Lama eine der höchsten Auszeichnungen der Vereinigten Staaten überreicht.

Bei der Verleihung einer Ehrenmedaille des US-Kongresses forderte Bush die Volksrepublik zu einem Dialog mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter auf. "Sie werden in diesem guten Mann einen Mann des Friedens und der Versöhnung erkennen", sagte der Präsident am Mittwoch in einem vollbesetzten Saal des Washingtoner Kapitols. Es war der erste öffentliche Auftritt eines US-Präsidenten mit dem Dalai Lama.

In seiner Dankesrede bekräftigte der Friedensnobelpreisträger, dass er für Tibet nicht die Unabhängigkeit von China wolle. "Ich strebe eine sinnvolle Autonomie für das tibetische Volk innerhalb der Volksrepublik an", sagte der 72-Jährige. Er forderte seine Unterstützer in den USA auf, die Chinesen von seiner Aufrichtigkeit zu überzeugen.

China hatte die Ehrung als Farce kritisiert. Der Chef des Amts für religiöse Angelegenheiten, Ye Xiaowen, warf dem Tibeter am Mittwoch vor, seit langem die Spaltung Chinas zu betreiben.

Der buddhistische Mönch gilt als Symbolfigur des tibetischen Widerstands gegen die Besetzung seiner Heimat. China, das die Himalaya-Region 1950 annektierte, betrachtet den Tibeter als Separatisten und kritisiert daher regelmäßig dessen Treffen mit ausländischen Politikern. Nach einem Besuch des Dalai Lama bei Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte China bereits den für Dezember geplanten Menschenrechtsdialog sowie andere Termine mit deutschen Vertretern abgesagt.

17.10.07 | Reuters

Bush trifft Dalai Lama trotz Kritik aus China

Washington (Reuters) - US-Präsident George W. Bush hat trotz des Protestes der chinesischen Regierung den Dalai Lama empfangen.

Mitarbeiter im Büro des tibetischen Würdenträgers sagten, das Treffen habe am Dienstag im Weißen Haus in Washington stattgefunden.

Das Gespräch sei keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas, erklärte Bushs Sprecher Tony Fratto. "Wir respektieren auch die chinesischen Sorgen", ergänzte er. Offenbar auf Rücksicht auf China traf Bush den Dalai Lama anders als andere Politiker nicht im Oval Office, sondern im Wohnbereich des Weißen Hauses. Zudem weigerte sich das Präsidialamt, den Zeitpunkt des Treffens bekanntzugeben. Journalisten waren nicht zugelassen.

Der chinesische Außenminister Yang Jiechi hatte die US-Regierung aufgefordert, die "extrem falschen" Pläne für den Empfang des Dalai Lamas aufzugeben. China kritisierte auch die geplante Ehrung des Dalai Lama im US-Kongress drohte ernste Konsequenzen an. "Wir sind wütend", sagte der Chef der Kommunistischen Partei in Tibet, Zhang Qingli, am Dienstag. Es wäre falsch und ungerecht, wenn das geistliche Oberhaupt der Tibeter am Mittwoch im US-Kongress eine Ehrenmedaille überreicht bekommen sollte.

Der Dalai Lama gilt als Symbolfigur des tibetischen Widerstands gegen die Besetzung seiner Heimat. China, das die Himalaya-Region 1950 annektierte, betrachtet den Tibeter als Separatisten und kritisiert daher dessen Treffen mit ausländischen Politikern. Nach einem Besuch des Dalai Lama bei Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte China bereits den für Dezember geplanten Menschenrechtsdialog sowie andere Termine mit deutschen Vertretern abgesagt. Deutschland appellierte daraufhin an China, die ausgesetzten Gespräche über Menschenrechte wieder aufzunehmen.

16.10.07 | Neue Zürcher Zeitung

Ehrung des Dalai Lama in den USA

China lässt aus Protest ein Treffen zur Iran-Frage platzen

Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten, wird am Mittwoch die höchste Auszeichnung des amerikanischen Kongress erhalten. China hat vergeblich gegen diese Ehrung protestiert und reagierte mit der Absage eines Strategietreffens zur Iran-Politik.

A. R. Washington, 16. Oktober

Der amerikanische Präsident Bush hat am Dienstag den Dalai Lama im Weissen Haus empfangen. Trotz erbitterten chinesischen Protesten wird das geistliche Oberhaupt der Tibeter am Mittwoch auch im Kongress willkommen geheissen werden. Bei einem Festakt unter der Kuppel des Capitol wird ihm die Goldene Ehrenmedaille des Kongresses verliehen werden. Es ist eine seltene Auszeichnung, die von mindestens zwei Dritteln der Abgeordneten beider Kammern gutgeheissen werden muss und herausragenden Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Militär, Kultur und Religion zuerkannt wird. Der erste Empfänger der Medaille war General George Washington im Jahr 1776; in neuerer Zeit ging die Ehrung oft auch an Ausländer, beispielsweise an Papst Johannes Paul II sowie die Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela und Mutter Teresa. Der seit dem gescheiterten tibetischen Aufstand von 1959 im Exil lebende Dalai Lama zählt ebenfalls zu den Trägern des Friedensnobelpreises.

Absage des Empfangs gefordert
Wie schon beim Empfang des Dalai Lamas im deutschen Bundeskanzleramt im September reagiert Peking mit wütender Kritik. Das kommunistische China sieht im Dalai Lama einen gefährlichen Aufwiegler, der es auf die Abspaltung Tibets abgesehen habe. Dass der Westen diese Ansicht nicht teilt, sondern den Dalai Lama als moralische Autorität verehrt und als besonnenen Anwalt tibetischer Anliegen schätzt, wird in Peking immer wieder als Brüskierung empfunden. Aussenminister Yang Jiechi stellte die Zeremonie im Kongress und das Treffen im Weissen Haus als «schwere Verletzung der internationalen Gepflogenheiten» dar. Er forderte die USA auf, die Termine abzusagen. Ein chinesischer Sprecher doppelte nach, indem er eine ernste Beschädigung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen prophezeite. Solche Proteste gehören jedoch zur diplomatischen Routine, und Aussenminister Yang dürfte als guter Kenner Amerikas – er war hier jahrelang Botschafter – wissen, dass sie in Washington wenig Eindruck machen.

China versucht die USA deshalb an einer empfindlicheren Stelle zu treffen: Es sagte ein für den Mittwoch in Berlin geplantes Treffen ab, an dem die fünf ständigen Uno-Sicherheitsratsmitglieder sowie Deutschland über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit Iran hätten beraten sollen. Als Grund für die Absage schob China «technische Gründe» vor; in amerikanischen Regierungskreisen fasst man das Ganze jedoch als Protest gegen die Tibet-Politik der USA auf. Mit der Sabotage der Iran-Gespräche erinnert Peking daran, dass die von den USA gewünschte Verschärfung der Uno-Sanktionen gegen Iran ohne China unerreichbar bleibt.

Vertreter der Administration Bush spielten die Proteste herab. Ein Regierungsbeamter erklärte gegenüber der Agentur AP, das Iran-Treffen sei nur verschoben worden und werde vielleicht schon in einer Woche nachgeholt. Im Weissen Haus wurde betont, dass man den Dalai Lama als spirituellen Führer und nicht als Separatisten betrachte. Tibet sei ein Teil Chinas, und Washington trete nicht für seine Unabhängigkeit ein. Bei aller Sympathie für den buddhistischen Gelehrten achten die USA auf eine sorgfältige Balance in ihrer China-Politik. Bush hat den Dalai Lama nun bereits zum vierten Mal empfangen. Diese Treffen finden aber jeweils unter Ausschluss der Medien statt und stehen nicht auf dem offiziellen Tagesplan des Präsidenten. Es wird kein Communiqué herausgegeben, und dokumentiert wurden die Besuche bisher einzig durch Fotos der beiden, die von amerikanischer Seite diskret ins Internet gestellt wurden. Die Bilder zeigen, dass Bush seinen Gast jeweils in seinen Privatgemächern empfängt und nicht in seinem Arbeitszimmer, dem Oval Office. Das soll wohl unterstrichen, dass es sich nicht um einen Staatsbesuch handelt.

Auf Ausgleich bedacht
Da Bush der Verleihung der Ehrenmedaille am Mittwoch beiwohnt, kommt es nun erstmals zu einer öffentlichen Begegnung des Dalai Lama mit einem amerikanischen Präsidenten. Peking dürfte dies als Propagandaerfolg für die Tibeter betrachten. Aber wie zum Ausgleich leistet Bush auch den Chinesen PR-Hilfe: Er hat kürzlich die Einladung zu den Olympischen Spielen vom nächsten Jahr in Peking angekommen. Bush zollt damit – trotz Boykottaufrufen in der amerikanischen Öffentlichkeit – einem Anlass Anerkennung, der für die kommunistischen Herrscher Chinas eine Prestigesache erster Güte darstellt.

16.10.07 | Tagesanzeiger

Empfang für den Dalai Lama im Weissen Haus

Trotz scharfer Proteste aus Peking ist US-Präsident George W. Bush in Washington mit dem Dalai Lama zusammengetroffen. Das bestätigte ein Sprecher des Präsidenten.

Bush und der tibetische Religionsführer seien zu einem privaten Meinungsaustausch zusammengekommen, hiess es. Um den inoffiziellen Charakter des Treffens zu unterstreichen, fand das Treffen nach Angaben des Weissen Hauses nicht in Bushs Amtszimmer, sondern in seinen privaten Räumen statt. urz zuvor hatte China den geplanten Empfang scharf kritisiert und vor negativen Konsequenzen für die Beziehungen der beiden Länder gewarnt.

Das Treffen stelle eine schwere Verletzung der grundlegenden Regeln der internationalen Beziehungen dar und verletze «die Gefühle der Chinesen», sagte der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Liu Jianchao, in Peking. «Wir fordern die USA ausdrücklich dazu auf, den Fehler zu korrigieren, die betreffenden Arrangements abzusagen und sich nicht mehr in die internen Angelegenheiten Chinas einzumischen», sagte der Sprecher weiter.

Besonderen Anstoss nahm Chinas Führung auch an der für Mittwoch geplanten Auszeichnung des Dalai Lama mit dem höchsten Zivilorden des US-Kongresses. An der Verleihung im Kapitol soll auch Bush teilnehmen.

KP-Chef empört Mit Empörung reagierte auch der KP-Chef Tibets, Zhang Qingli, auf das Treffen im Weissen Haus. Dies seien unzulässige Einmischungen in innerchinesische Angelegenheiten, erklärte Zhang am Rande des XVII. Parteitags der chinesischen KP in Peking. Der 56-jährige Zhang Qingli, ein Han-Chinese, ist ein enger Vertrauter von Staats- und Parteichef Hu Jintao, der selbst in den achtziger Jahren Parteichef in Tibet gewesen war.

Bereits gestern hatte China gegen den Empfang des Dalai Lamas in den USA protestiert und ein Treffen von Uno-Sicherheitsratsmitgliedern in Berlin platzen lassen. Das Land sagte seine Teilnahme an den für morgen geplanten Gesprächen über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran ab.

Der Dalai Lama war im September bereits von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin und vom österreichischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in Wien empfangen worden. Peking sagte daraufhin mehrere bilaterale Treffen ab, unter anderem den für Dezember geplanten Menschenrechtsdialog. China, das die Himalaya-Region 1950 annektierte, betrachtet den Dalai Lama als Separatisten und kritisiert daher dessen Treffen mit ausländischen Politikern.

16.10.07 | AFP

Bush empfängt Dalai Lama im Weißen Haus Washington

Begleitet von scharfen diplomatischen Protesten aus China hat US-Präsident George W. Bush am Dienstag den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen. Ohne Angaben weiterer Details bestätigte Präsidentensprecher Gordon Johndroe in Washington, dass der tibetische Religionsführer und der Präsident zu einem privaten Meinungsaustausch zusammengekommen seien. Um den inoffiziellen Charakter des Treffens zu unterstreichen, fand das Treffen nach Angaben des Weißen Hauses nicht in Bushs Amtszimmer, sondern in seinen privaten Räumen statt.

 

 

 

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