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Pressemeldungen - Nachrichten

Quelle: RP Online / 21. Januar 2008

Stadt wartet auf Dalai Lama

VON ANDREAS BUCHBAUER

Mönchengladbach (RP) Am 17. Mai ist der Dalai Lama in Gladbach. Er ist das politische und religiöse Oberhaupt der Tibeter. Die Stadt macht sich fit für seinen Besuch. Franz Alt, der den Dalai Lama bereits 21-mal traf, zeigte den Film „Tränen über Tibet“.

Es ist ein Besuch, dem man bereits mit großer Spannung entgegenfiebert. Wenn der Dalai Lama am 17. Mai in der Stadt zu Gast ist, dann wird es um die großen Themen der Welt gehen: um Frieden und um Menschenrechte, um gewaltfreie Konfliktlösung und, natürlich, um die Zukunft Tibets. Mit einer Vortragsreihe informiert der „Initiativkreis Mönchengladbach“ daher vorab über kulturelle und politische Hintergründe. Den Auftakt machte der Fernsehjournalist und „Goldene Blume“-Preisträger Dr. Franz Alt am Freitagabend im Haus Erholung.

„Wer über Tibet spricht, muss auch über China reden“, stellte Alt dabei von vornherein klar. „Tibet leidet seit über 60 Jahren gnadenlos unter der chinesischen Unterdrückung.“ Etwa sechs Millionen Tibeter leben heute in der höchstgelegenen Region der Welt („Dach der Welt“), die etwa achtmal so groß ist wie die Bundesrepublik. Hinzu kommen zwischen sieben und zehn Millionen Han-Chinesen. Alt spricht daher auch von einer „Überfremdung der tibetischen Kultur“. Mit seinem Dokumentarfilm „Tränen über Tibet“ machte er die Zuhörer auf Repressalien, Menschenrechtsverletzungen sowie Umweltzerstörungen aufmerksam und betonte, dass „die Lösung der Tibet-Frage wichtig für die Welt“ sei.

Mit Blick auf den Konflikt um die zwischen China und Indien und damit zwischen zwei aufstrebenden Weltmächten des 21. Jahrhunderts gelegene Region gehe es vor allem um Fragen von Friedfertigkeit, Gewaltfreiheit und politischer Kultur. Alt spricht in diesem Zusammenhang von „geistiger Weiterentwicklung“ – und nimmt damit auch die westlichen Demokratien in die Pflicht. „Bei internationalen Beziehungen genießen ökonomische Fragen häufig Priorität. Aber es gibt Wichtigeres“, sagt er. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe daher das richtige Signal gesendet, als sie den Dalai Lama im vergangenen Jahr im Bundeskanzleramt empfing. Es sei ein Eintreten für „unsere Ideale von Freiheit und Menschenrecht“ gewesen.

Dieses Jahr könnte wegweisend für die Zukunft Tibets werden. „Die Olympischen Spiele sollen aus chinesischer Sicht ein Triumphzug für die Volksrepublik werden“, sagt Alt. Natürlich solle das Sportfest in vollen Zügen genossen werden. „Dennoch darf die Welt ihre Augen nicht vor Missständen verschließen. Und vor allem darf sie Tibet nicht vergessen“, mahnt er an.

Denn auch die Tibeter setzen Hoffnungen in die Olympischen Spiele. Ihr Ziel ist nach wie vor der vom Dalai Lama formulierte „mittlere Weg“. „Die Tibeter fordern keinen eigenen Staat, sondern einen echten Autonomiestatus. Als Vorbild dient zum Beispiel Südtirol“, erklärt Alt.

Keine drei Monate nach dem Besuch des Dalai Lama in der Vitusstadt wird das Olympische Feuer in Peking entzündet. „Der Besuch in Mönchengladbach findet also zu einem besonders spannenden Zeitpunkt statt“, meint Alt. Insgesamt 21-mal hat er den Dalai Lama übrigens bisher getroffen. „Ich kenne keinen einfacheren Mönch. Er ist ein ganz bescheidener Mensch.“

http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/523526

 

 

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